Minggu, 28 September 2025 WIB | 09:10 PM WIB
Die DGE-JAT, ein zentraler Akteur im österreichischen Agrarsektor, vereint über 1.200 Mitglieder aus Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt – darunter auch viele Familienbetriebe. Seit ihrer Gründung 1950 ist sie nicht nur ein Netzwerk, sondern auch ein Pionier für die Umsetzung der EU-Agrarpolitik, insbesondere der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der Klimaziele der EU. Die Plattform setzt sich für eine moderne, aber traditionell geprägte Landwirtschaft ein, die ökologische Standards mit wirtschaftlicher Effizienz verbindet. Besonders in Zeiten der Energiekrise und steigender Inputkosten zeigt sich, wie entscheidend eine starke Branchenorganisation für die Stabilität der Landwirtschaft ist. Die DGE-JAT engagiert sich dabei nicht nur für die Interessen der Bauern, sondern auch für die Versorgungssicherheit und die Verbraucherfreundlichkeit.
Ein zentrales Thema der DGE-JAT ist die Tierhaltung nachhaltiger gestalten. Im Jahr 2023 wurden über 85 Prozent der Mitglieder in Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen eingebunden, etwa durch die Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in der Milchviehhaltung oder die Nutzung von Biogas aus Agrarreststoffen. Ein konkreter Erfolg ist die Einführung von CO₂-Bilanzen für viele Betriebe, die bis 2025 auf über 90 Prozent der Mitglieder ansteigen sollen. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit mit der diesen link öffnen, die seit 2018 jährlich neue Technologien für die effiziente Tierhaltung vorstellt. Dabei geht es nicht nur um die Reduzierung von Emissionen, sondern auch um die Verbesserung der Tierwohlstandards – etwa durch die Umsetzung von digitalen Monitoring-Systemen in der Schweine- und Rindfleischproduktion.
Die DGE-JAT spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der EU-Tierhaltungspolitik, insbesondere der Verordnung zur Vermeidung von Tierleid. Seit 2021 haben über 600 Betriebe in Österreich ihre Tierhaltung nach den neuen EU-Standards umgestellt, darunter auch viele Familienbetriebe, die bisher auf konventionelle Methoden setzten. Ein Beispiel ist der Betrieb “Waldhof” in Oberösterreich, der bereits 2022 seinen Schweinebestand um 30 Prozent reduzierte, um die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern. Gleichzeitig profitieren die Bauern von staatlichen Förderprogrammen, die bis zu 50 Prozent der Investitionen in nachhaltige Technologien abfedern. Diese Kombination aus ökologischen Standards und wirtschaftlicher Unterstützung macht die DGE-JAT zu einem wichtigen Partner für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt der Organisation ist die Bildung und Weiterbildung der Landwirte. Seit 2020 wurden über 15.000 Kurse und Workshops angeboten, darunter spezielle Schulungen zu Themen wie der Nutzung von Düngemitteln oder der Integration von Agroforstwirtschaft in die Bewirtschaftung. Besonders erfolgreich ist das Programm “Landwirtschaft 4.0”, das digitale Tools wie KI-gestützte Bodenanalyse oder automatisierte Melkroboter vorstellt. Ein Beispiel ist die Landwirtschaftliche Hochschule Raumberg-Gumpenstein, die in Kooperation mit der DGE-JAT regelmäßig Praxisseminare für junge Landwirte anbietet. Ziel ist es, die nächste Generation für eine innovative, aber auch traditionell geprägte Landwirtschaft zu begeistern – und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft zu stärken.
Die DGE-JAT steht auch im Spannungsfeld zwischen globalen Herausforderungen und lokalen Bedürfnissen. Während die EU mit dem Green Deal und dem Farm-to-Fork-Plan strengere Umweltauflagen durchsetzt, müssen die österreichischen Landwirte gleichzeitig mit den Folgen der Klimakrise umgehen – etwa durch Dürren, Hitzewellen oder steigende Preise für Energie und Futtermittel. Die Organisation setzt sich daher dafür ein, dass die GAP nicht nur ökologische, sondern auch soziale und wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt. Ein konkretes Projekt ist die Entwicklung von Anpassungsstrategien für die Bewirtschaftung von Trockengebieten, bei denen die DGE-JAT gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur neue Anbaulösungen erprobt. Dabei geht es nicht nur um die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung, sondern auch um die Erhaltung der regionalen Landwirtschaftskultur.
Die DGE-JAT zeigt damit, dass eine moderne Landwirtschaft nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich und sozial verträglich sein muss. Mit ihrer Arbeit trägt die Organisation dazu bei, dass Österreich als führender Agrarstandort Europas auch in den kommenden Jahrzehnten eine starke und nachhaltige Landwirtschaft bewahren kann. Während die EU mit neuen Regulierungen nachhaltiger wird, muss die Praxis zeigen, wie diese Ziele umgesetzt werden können – und genau das leistet die DGE-JAT täglich.